Wolfgang: Hallo Anna. Wohin gehst du? Anna: Ich gehe zu Gericht und ich möchte nicht zu spät kommen. Wolfgang: Zu Gericht! Was hast du denn angestellt? Anna: Nichts. Ich gehe zur Arbeit. Ich bin eine Gerichtsschreiberin. Wolfgang: Wie bist du dazu gekommen? Anna: Naja, ein Freund hat mir von der Arbeit als Gerichtsschreiberin erzählt. Ich habe mich für eine Ausbildung zur Stenotypistin angemeldet und wurde zugelassen. Es war ziemlich schwierig, aber letzten Juni hab ich mein Zeugnis bekommen. Wolfgang: Ist das nicht ein Rückschritt für blinde Menschen? Anna: Nicht wirklich. Blinde Stenotypisten verwenden eine spezielle Maschine. Alles wird im Computer gespeichert und kann dann mittels Sprachausgabe abgerufen werden. Wolfgang: Und in welchem Gericht arbeitest du? Anna: Ich arbeite freiberuflich. Ich schaffe mehr als 200 Wörter in der Minute und so habe ich Verträge bei Strafgerichten, beim Gesetzgeber und in verschiedenen Komitees. Ich schreibe diktierte Berichte, Briefe und Statistiken mit Fachausdrücken aus dem Rechtsbereich ab.